Kulinarisch reisen: äthiopische Küche

Jede Reise in ein fernes Land ist auch eine Reise der Sinne. In unserer neuen Reihe „Kulinarisch reisen“ nehmen wir Sie mit auf leckere Abenteuer aus unseren Reiseländern. Heute kommt unser Rezeptvorschlag aus Äthiopien:

äthiopisches essen

Die äthiopische Küche unterscheidet sich stark von den Essgewohnheiten Subsahara-Afrikas. Äthiopiens fruchtbare und feuchte Hochländer bieten optimale Anbaubedingungen für eine Vielzahl von Getreiden und Gemüsen, was sich auch in der Küche dieses Landes am Horn von Afrika widerspiegelt.

Die Basis eines jeden Essens bildet ein Sauerteigfladenbrot, injera genannt, hergestellt aus dem ausschließlich in Äthiopien vorkommenden tef-Getreide, einer Zwerghirsesorte. Dazu werden verschiedene Saucen, wot genannt, serviert, die es in verschiedenen vegetarischen und fleischhaltigen Ausführungen gibt. Dabei gilt: Wer es sich leisten kann, isst Fleisch, wobei unter anderem Lammfleisch beliebt ist. Schweinefleisch wird dagegen nur von missionierten Christen gegessen, weil der Islam und die äthiopisch-orthodoxe Kirche dessen Verzehr ächtet.

Wie die meisten orthodoxen Kirchen verbietet die äthiopische Kirche mittwochs und freitags sowie während der vorösterlichen Fastenzeit den Genuss aller tierischen Produkte, so dass von Christen an diesen Tagen Linsen- oder Kichererbsenbrei verspeist wird. In Restaurants gibt es an diesen Tagen rein vegetarische Gerichte – beyanatu – für die verschiedene Gemüsesorten in unterschiedlichsten Kombinationen zubereitet werden. Gegessen wird mit der rechten Hand. Dabei ersetzt das injera sowohl den Teller als auch das Besteck. Man reißt einfach kleine Teile des Fladens ab, ergreift damit ein Stück der Fleisch- oder Gemüsebeilage und führt es zum Mund. Als besonders freundschaftlich gilt es, den anderen am Mahl Partizipierenden hin und wieder eine Portion direkt in den Mund zu stecken (gursha). Generell ist das äthiopische Essen sehr scharf, meist durch das Gewürz berbere. In den meisten äthiopischen Restaurants in Europa kann man aber auch mildere Varianten bestellen; eine scharfe (ungekochte) berbere-Soße wird dazu oft gesondert in kleinen Schälchen gereicht.

Äthiopische Getränke sind der Honigwein tej, das einfachere Hirsebier talla und im Land angebauter Kaffee, der traditionell frisch geröstet und in einer besonderen Kanne (jabana) ausgeschenkt wird.

Probieren Sie’s doch mal selbst: Rezept für Hühner-Eintopf (Doro wot)

doro wot rezept

Zutaten für 4 Portionen:

  • 750 g Hähnchenkeulen
  • 2 Stk. Zwiebeln
  • 4 Stk. Knoblauch (Zehen)
  • 4 EL Maiskeimöl
  • 60 g Tomatenmark
  • 3 Stk. Tomaten
  • 1 Prise berbere-Gewürzmischung (oder ähnliches)
  • 1 Prise Ayurvedisches Zaubersalz fein (oder ähnliches)
  • Rosmarin (geschnitten)

Zubereitung:

Hühnchenkeulen im Gelenk mit einem scharfen Messer durchtrennen, mit Zaubersalz fein und Rosmarin einreiben und ziehen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen, in kleine Würfel schneiden und in heißem Öl anbraten. Das Tomatenmark und die berbere-Gewürzmischung zugeben und kurz anrösten, anschließend mit 1 1/2 l Wasser aufgießen.

Für den Hühner-Eintopf die Hühnchenstücke dazugeben und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 50 Minuten kochen, bis das Fleisch weich ist, eventuell zwischendurch etwas Wasser zugeben. Kurz vor dem Ende der Kochzeit die Tomaten in 2 cm große Würfel schneiden, dazugeben und kurz mitgaren.

Tipp

Eventuell pro Person noch 1 gekochtes und geschältes Ei hinein geben. Wird gerne auch mit körnigem Frischkäse serviert. Das mildert die Schärfe etwas ab. In Äthiopien wird Doro Wot mit injera, gesäuertem Fladenbrot, gegessen. In vielen Städten gibt es äthiopische Restaurants, die injera auch einzeln verkaufen. Alternativ kann man dieses Gericht aber auch mit normalen Brot, Couscous oder Reis essen.

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