Kulinarisch reisen: georgische Küche

Wenn Georgien für eine Sache berühmt ist, dann ist es die uneingeschränkte Gastfreundschaft seiner Bewohner und die vielfältigen schmackhaften Speisen, die man an einer georgischen Tafel entdecken kann.

georgische Tafel

Reichlich gedeckte Tafel (Foto: Birgit Heinichen)

Ein Gastbeitrag unserer Kollegin Margarete, die derzeit in Georgien für uns unterwegs ist und wie auch unsere Kunden die unglaubliche Gastfreundschaft und die leckere Küche Georgiens sehr zu schätzen lernt.

Wir sind zu Gast in Tuschetien, einem entlegenen Tal im äußersten Nordosten Georgiens an der Grenze zu Russland. Die historische Region, mit ihren aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammenden beeindruckenden Wehrtürmen, gehört heute zu Europas größten und höchst gelegenen Naturschutzgebieten. Weitab jeglicher Straßen liegen einsame Bergdörfer, deren bodenständige Bewohner, die sich selbst als Tuschen bezeichnen, sich eine unvergleichbare Offenheit und Gastfreundschaft gegenüber Fremden erhalten haben. Wer hier als Gast einkehrt wird als Freund gehen.

Nach einem langen Wandertag durch die mystische Geschichte der Tuschen vorbei an den mittelalterlichen Trutzburgen, die der Abwehr der Laken aus dem nahen russischen Dagestan dienten und durch die wilde und unberührte Natur Tuschetiens, kehren wir abends erschöpft zur Übernachtung bei einer Familie ein. Begrüßt werden wir vom bodenständigen Hausherren und erst einmal zum gerade aufgetischten Abendessen eingeladen. Wir sind überrascht von der Selbstverständlichkeit mit der wir hier aufgenommen werden, als wären wir Teil der Familie.

Wir haben viel gelesen über die georgische Küche, sie gilt gilt als eine der schmackhaftesten und abwechslungsreichsten im Kaukasus. Nun inmitten dieser Tafel zu sitzen ist ein Stück georgischer Alltag, den man nur allzu gerne genau so auf seinen Reisen erfahren möchte. Die Tafel ist reichhaltig gedeckt und es lässt sich erahnen, dass dieses Mahl sich über Stunden hinziehen wird. Dazu noch ein Gläschen georgischen Wein, dieser lockert die Zunge, und man wird zum Muttersprachler, der sich ohne Worte und nur mit lustigen Gesten verständigen kann.

Doch bevor wir starten bedarf es der georgischen Tradition Respekt zu zollen. Trinksprüche sind wichtiger Bestandteil eines jeden familiären Essens und deren Reihenfolge verändert sich je nach Anlass oder Situation. Der Dirigent dieser Trinksprüche ist der bedeutenste Mann am Tisch, Tamada genannt. Der Tamada sagt immer sein Prost in Form eines Trinkspruches und die anderen wiederholen das Gesagte sinngemäß. Der erste Trinkspruch gehört immer dem Frieden und Gott. Der nächste wird für die Familie des Gastgebers ausgesprochen, ein weiterer auf die Gäste und dass unser Weg gesegnet sei.

Der Abend wird wie vermutet lang. Dem ersten Gang folgt ein zweiter und dem Zweiten ein Dritter und immer so weiter. Dazwischen wird geprostet und die Trinksprüche häufen sich. Doch nie hat unser Abendessen etwas von einem Saufgelage, im Gegenteil es ist eine Freude zu sehen wie viel Respekt und Stellenwert dem Essen hier in Georgien noch beigemessen wird. Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende zu und erfüllt fallen wir anschließend in die Betten.

Mein persönliches Lieblingsessen an diesem Abend waren die georgischen Teigtaschen Khinkhali. Probieren Sie’s doch mal selbst vielleicht sogar auf einer unserer Georgienreisen.

 

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