Der Traum vom weißen Winter in der Slowakei

Knackig-kalte Winterluft, glitzernde Gebirgskämme und frische Wolfsspuren im Schnee. Die Westkarpaten locken in den Wintermonaten mit schneeverhangenen Wäldern und einer eindrucksvollen Tier- und Pflanzenwelt.

Weiße Weihnacht – sie sind und bleiben an vielen Orten Deutschlands ein Traum. Ganz anders sieht das in der Slowakei aus. Hier sorgt das kontinentale Klima von November bis in den April hinein dafür, dass weiße Flocken vom Himmel fallen. Im höchsten Gebirgsmassiv, der Hohen Tatra, fällt in manchen Wintern an 200 Tagen der Schnee. Die Slowakei wird im Norden durch den westlichen Karpatenbogen begrenzt, durch dessen Barriere nach Süden fallen die Temperaturen im Winter durchschnittlich auf frostige -10°C.

Dieses Hochgebirge ist die Heimat vieler seltener und hoch angepasster Tier- und Pflanzenarten, wie der Tatragebirgsgams, die nur hier vorkommt. Getrennt von ihren Cousins in den Alpen, entwickelte sich hier sogar eine eigene Murmeltierart. Unter Tage, im Karstgestein, durchzieht ein Höhlensystem Kalkstein und Dolomit. Mehr als 170 Höhlen wurden allein im Demänová-Tal in der Niederen Tatra bis heute entdeckt.

 

Nicht ganz so weit überm Meeresspiegel wie die Hohe Tatra, liegt der Nationalpark Mala Fatra, auch kleine Fatra genannt (“mala” = klein). Im Winter erstrahlt die mit Schnee bepuderte Mittelgebirgslandschaft wie die Kulisse für einen Märchenfilm. Die Kleine Fatra ist das Reich der Bäume – etwa zwei Drittel der 226,30 km² großen Kernzone des Parks sind bewaldet. Buchen- und Mischlaubwälder bedecken die sonnenexponierten Gebirgskämme. Fichtenschluchten werden von schroffen Steilwänden überschattet. In höheren Lagen wachsen knorrige Latschenkiefern, ebenfalls bekannt aus den höheren Alpenregionen. Der höchste Punkt des Parks ist der eindrucksvolle „Veľký Rozsutec”. Mit seinen 1.610 Metern ist der Kalksteinberg auch botanisch gesehen ein Höhepunkt – er gehört nämlich zu den artenreichsten Standorten der Slowakei.

Solch eine Vielfalt will bewahrt werden – seit 30 Jahren existiert der Mala Fatra Nationalpark und beheimatet die großen und kleinen Wildtier-Stars Nordeuropas. Beim Blick in den Winterhimmel ziehen Steinadler ihre Kreise. Aber auch Steinmarder, Fischotter und Wildkatze nennen die kleine Fatra ihr zu Hause. Die „großen Drei“ – Wolf, Bär und Luchs – kommen hier noch in ihren natürlichen Beständen vor. Im Winter stolpert man über ihre frischen Spuren im glitzernden Schnee. Sie meiden Menschen, weshalb der Wanderer meist nur ihre Trittsiegel zu Gesicht bekommt.


Die Mala Fatra ist nur dünn besiedelt, aber für Besucher gut erschlossen. Wir empfehlen den Nationalpark im Winter auf einer Schneeschuhwanderung mit einheimischen Wanderführern zu erkunden – sie kennen die Region und die Wanderrouten der Tiere besonders gut und können die Fährten der flauschigen Waldbewohner lesen und deuten.

Wer sich zu Hause zwischen Glühweinbuden und gebrannten Mandeln nach einem „richtigen“ Winter sehnt, der wird in der Slowakei seinen Traum vom verschneiten Winter finden.

 

Wie die Eisenbahn nach Äthiopien kam

Die Geschichte der ersten Eisenbahnlinie Äthiopiens ist eng verbunden mit Alfred Ilg, einem Schweizer Ingenieur der den äthiopischen Kaiser für seine Vision gewinnen konnte und die Dampflok ans Horn von Afrika brachte. Fast 100 Jahre danach verlieren sich die historischen Spuren im wirtschaftlich boomenden Äthiopien, doch einige wenige Denkmäler erinnern an diese einzigartige Ingeneursleistung.

Eine Begegnung mit der Geschichte der äthiopischen Eisenbahn auf der Stadtrundfahrt durch Addis Abeba. Eine Momentaufnahme von unserer Reise durch Nordäthiopien.

Bahnhof Addis Abeba

Das Hauptgebäude des Bahnhofs in Addis Abeba wurde 1929 fertiggestellt (Foto: Christian Sefrin)

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Naturerlebnis in der Mala Fatra

Vor einiger Zeit meldete ich mich bei Via Verde für eine Wanderreise in die Slowakei an. Ich wollte eine Woche tief in der europäischen Natur verbringen und hatte die Hoffnung, Luchse und Bären zu sehen, wie es in der Reiseankündigung so schön beschrieben war.

Das Naturschutzgebiet Mala Fatra in der Slowakei ist eine sehr ursprüngliche Berglandschaft mit viel Wald und ich freute mich auf geführtes Wandern, Natur- und Tierbeobachtungen.

Das erste außergewöhnliche Exemplar, das mir begegnete, war aber kein Luchs und auch kein Bär, sondern Vlado Trulik, der erfahrene Reiseleiter und Naturschützer, der diese Gruppe wie immer begleitete.

spiese-frs-mittagessen_kleinEin Original: Vlado Trulik

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Aserbaidschan 2017 – 1. Tag Boarden

Von Birgit Heinichen

Mein erster internationaler Lufthansa Flug – Baku direkt ab Frankfurt. Kein Umstieg in Richtung Kaukasus: „Premiere“!!! Alles geht gut: pünktlich am Bahnhof, pünktliches Boarden, pünktliche Abfahrt des Busses zum Flugzeug……30 Minuten warten im Bus vor dem Flugzeug und dann … geht es inklusive einer ausführlichen Rundfahrt über das Flugfeld und die benachbarten Gebäude wieder zurück zum Gate!?!

Flug nach Aserbaidschan
Flug nach Baku

In Richtung Baku  herrscht schlechtes Wetter, der Pilot muss deswegen nachtanken, 14 Passagiere des voll besetzten Fliegers müssen am Boden bleiben. 400 € Entschädigung, wenn Sie den gleichzeitig startenden Flug über Istanbul nach Baku nehmen! Gefühlte 100 Aserbaidschaner stürmen gleichzeitig zum Desk der Lufthansa und wedeln mit Ihren Pässen. Die 6 zur Verfügung stehenden Flüge mit der Turkish Airlines sind rasch besetzt. Nun ginge es noch mit Flügen über Moskau mit Aeroflot. Ankunft am nächsten Morgen um 07:00 Uhr. Gähnende Leere…

Es dauert 1 Stunde bis dann auch die letzten Passagiere gefunden wurden, die mit der Geldentschädigung und einer luxuriösen Hotelübernachtung geangelt wurden. Endlich geht es los und … die ganze Aktion hat mir dann einen Fensterplatz eingebracht, statt des für einen nicht Online-Eincheckenden übrig gebliebenen Rest-Mittelplatz.

Bei schönstem Wetter und nach einem weniger ruckelnden Flug als gedacht, lande ich dann in mit 2 Stunden Verspätung gegen 22:00 Uhr in Baku.

Tsovata-Tal – Eine Wanderung in die Stille

Eine Begegnung mit der Geschichte eines abgelegenen Hochtals im Großen Kaukasus. Eine Momentaufnahme unserer Reise durch Tuschetien & Kachetien im Osten Georgiens.

Die Anreise in die entlegene Region Tuschetien ist ein Abenteuer und ohne Allrad-Antrieb unmöglich. Auf dem gerölligen Weg zum höchsten befahrbaren Pass Georgiens (2.950 m), der nur von Juni bis Oktober passierbar ist, durchqueren wir kleinere Flüsse. Ab und zu spritzt es durchs Fenster, wenn wir nah an Wasserfällen, immer weiter in die Hochgebirgsregion hineinfahren. 

Nach etwa 4 bis 5 Stunden, die wir für die gut 70 km Strecke benötigen, erreichen wir Omalo, die „Hauptstadt“ Tuschetiens. Hier und in einigen weiteren Dörfern lebt in den Sommermonaten die Volksgruppe der Tuschen. Den Winter verbringen die meisten von ihnen im Bergvorland und nur eine handvoll, meist ältere Bewohner, verbleibt im Hochgebirge. Wer die turbulente Reise nach Tuschetien auf sich nimmt sollte mindestens 3 bis 4 Tage einplanen. Wir bleiben gleich 8 Tage und erkunden auf Tageswanderungen neben den beiden Haupttälern, Gometsari- und Pirikita-Tal, auch das wohl isolierteste Tal der gesamten Region – Tsovata.

Tsovata Indurta Panorama

Ein Blick auf das Panorama des mystischen Tsovata-Tals mit seinen Dorfruinen und Wehrtürmen (Foto: Grete Hartmannsberger)

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Die Welt ist das Ziel