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Iran Im Juni – Im Reich der Bergnomaden

Es ist spät am Abend als wir mit dem Auto hinauf auf 3.000 Meter fahren. Die Luft wird kälter, Schnee reflektiert das Licht unserer Autoscheinwerfer, während wir auf dem Weg auf die Westseite des Zagros-Gebirges sind.  Zur Heimat der Bergnomaden.  

Von Si-Sakht aus geht es hoch hinaus. Ein freundlicher einheimischer Wanderführer und sein trittsicherer, flauschiger Gefährte wandern voraus. Die Blüten des Weißdorns leuchten in den Tälern. Tamarisken wachsen entlang des unscheinbaren Wanderweges, den man ohne Guide kaum erkennen würde. Der Aufstieg wird belohnt mit dem Blick über einen grünblauen, spiegelglatten Gebirgssee. Auf derselben Höhe durchwandern wir grüne Wiesen – die weißen Gebirgsgipfel immer im Blick.

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Seit Jahrtausenden wird im Zagros-Gebirge Weidewirtschaft betrieben. Die Nomaden die heute im Hochland leben, treiben während unserer Besuchs im Juni ihre Herden  von den Winter- auf die Sommerweiden. In einer Kolonne aus Jeeps, Eseln und Ziegen gelangen sie über die schottrigen Gebirgsstraßen zu ihren Sommerweiden.

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Ihr Lager liegt in einem ruhigen Tal zwischen Feuchtwiesen und Gebirgsbächen, an deren Ufern Orchideen wachsen. Zwischen Zelten und Tieren entpacken die Bewohner ihr Hab und Gut aus Taschen und Kanister. Die ganze Familie ist beschäftigt – das Lager muss schnell aufgeschlagen werden.

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Wir schauen uns um und versuchen die sprunghhaften Zicklein zu streicheln. Was aussieht wie ein gemauerter Brunnen mit Stöckern, stellt sich als die „Outdoor-Toilette“ des Lagers heraus. Der Eingang ist geschickt mit einer dunklen Plane verhangen – die Privatsphäre ist gesichert!

Trotz der geschäftigen Stimmung nehmen sich die Nomaden die Zeit, uns auf einen Tee einzuladen und wir setzen uns zwischen Butterblumen und Hahnenfußgewächsen. Ein kleiner Junge schenkt uns Tee ein. Wir bedanken uns mit Haribos aus Bonn.

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Unsere Trinkflaschen füllen wir mit dem frischen Wasser aus einer der zahlreichen Quellen und verabschieden uns von den Nomaden. 

Unsere Wanderung folgt einem schäumenden Gebirgsbach in ein kleines Seitental. Wir klettern stromaufwärts über Steine und kleine Felsblöcke, entlang der Orchideen-bewachsenen Ufer. Von Stein zu Stein hüpfen wir über den Flusslauf durch die Schlucht, die zusehends enger wird.

Am Ziel der Wanderung sind unsere Füße nass und wir können das Wasser aus unseren Stiefeln kippen. Vor uns eröffnet sich der Blick auf einen sprudelnden Wasserfall, der aus gut 10 Metern Höhe in das kleine Tal stürzt. Wir genießen das prasselnde Geräusch des Wassers.

Es ist der krönende Abschluss unseres Aufstiegs zur Heimat der Nomaden. Wir wandern wieder herab, während sie in der Höhe zwischen den schneebedeckten Gipfeln ihr Lager neu aufschlagen.

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