Meine 10 eindrucksvollsten Reisemomente in… ASERBAIDSCHAN!

von Birgit Heinichen

In diesen Tagen des „shut downs“, der weltweiten Reisebeschränkung, gehen meine Gedanken immer wieder in die Ferne. Eigentlich wollte ich im Juni nach Aserbaidschan reisen, neue Programmpunkte und weitere Wanderrouten entdecken, doch daraus wird höchstwahrscheinlich nichts.

So tröste ich mich im Moment mit den Eindrücken früherer Reisen, durchstöbere mein Fotoarchiv und dabei kommen Begebenheiten, Gefühle und Gedanken hoch, die sich in sechs Jahren, in denen ich mehrfach in dieses Land gereist bin, ergeben haben.

Gerne lasse ich Sie daran teilhaben:

1. Kinder vor den „Flame Towers“

Wie sehr doch freudige und tragische Ereignisse, hinreißend schöne Plätze und Aussichten mit maßlosem Grauen beieinander liegen… das empfinde ich immer an diesem Ort. Die Kinder posieren friedlich vor dem neuen Wahrzeichen von Baku, den „Flame Towers“… und im Rücken des Betrachters liegt die „Allee der Märtyrer“ mit Grabstätten der Gefallenen der Kriege und Unruhen am Ende des 20. Jahrhunderts. Die Allee leitet wiederum zu einem phantastischen Aussichtspunkt über die Bucht von Baku.

2. Bohrtürme auf der Absheron-Halbinsel

Dieses Bild dürfte eigentlich nicht existieren! Baku und Umgebung sind durch die Erdölvorkommen geprägt und das zeigt sich an vielen Beispielen. Ein Beispiel sind die vielen Bohrtürme aus den unterschiedlichsten Epochen der Erdölförderung, die wie die Stacheln eines Igels auf der Absheron-Halbinsel bei Baku zu finden sind.

Also: Raus aus dem Auto, Motor anlassen, schnell Fotos schießen, abfahren bevor die Polizei kommt und uns von den Anlagen vertreibt.

3. Die Schlammvulkane von Gobustan

Noch einmal Erdöl – diesmal in Form der Schlammvulkane von Gobustan. In der Nähe der berühmten Steinzeichnungen liegt ein großes Gelände mit zahlreichen Schlammvulkanen, manche nur 40 cm, manche aber auch mehrere Meter hoch. In unregelmäßigen Abständen macht es „Blubb“ und Gase treten aus der, so heißt es, angeblich kalten Schlammmasse heraus. Eine Herausforderung für den Fotografen!

4. Frauentag in der Moschee

Gerade haben wir noch einen Bohrturm auf der Absheron-Halbinsel besucht, da kommen wir auf dem Rückweg zum Bus an einer kleinen Moschee vorbei. Der Reiseleiter ruft noch: “Bitte nicht eintreten. Es ist Frauentag in der Moschee!“ Doch unser vorwitziger Fotograf ist, nach heftiger Aufforderung durch die Damen, schon eingetreten. Wir werden zu einem Tee eingeladen, sitzen in großer Runde auf den Teppichen und plaudern angeregt über Familie, Kinder, Enkel, … .

5. Brotbacken

Wunderbare Gerüche, herrlich warmes Brot, nette Menschen, die ihrem Handwerk nachgehen und immer gerne zu einem Schwätzchen aufgelegt sind. Die Bäckereien im südlichen Kaukasus sind ein Mekka für Begegnungen und Motive. Das Brot, welches die Bäckerin noch als Teig in ihren Händen hält, habe ich anschließend gemeinsam mit meiner Gruppe nach kurzer Backzeit im irdenen Ofen genüsslich verspeist.

6. Bei einer Familie in Annenfeld

Vor einigen Jahren wurde ich von der aserbaidschanischen Regierung zu einem Kongress nach Ganja eingeladen. Es ging um die Deutschen, die diese Region vor genau 200 Jahren auf Einladung der russischen Kaiserin besiedelten und Dörfer gründeten, die heute noch existieren.
Beim Besuch eines solchen Dorfes, Annenfeld, wurde ich von einem jungen Mann angesprochen und in ein solches Haus eingeladen. Die jetzt aserbaidschanischen Bewohner waren stolz auf die gute Bauweise und die zahlreichen Einrichtungsdetails (Einbauschränke, Fliesen, Weinkeller). Und zum Abschluss gab es noch einen leckeren Tee in Anwesenheit der ganzen Familie.

7. Wandern durch die Apfelplantage

Kurz hinter unserer Unterkunft in Lahic, beginnt unser Wanderweg. Ganz besonders fasziniert haben mich unterwegs die uralten, knorrigen Apfelbäume, Reste einer vor Jahren schon aufgegebenen Plantage. Darunter Wiese, viele bunte Blumen und im Hintergrund die Berge des großen Kaukasus und ein Flussbett, das wir als nächstes durchqueren werden… so abwechslungsreich und schön!

8. Flusstäler im Kaukasus

Immer wieder beeindrucken mich im südlichen Kaukasus die noch unberührten Flusstäler, die unverbaut sind und wo der Fluss nach Lust und Laune sein eigenes Bett findet. In unserem zivilisierten Deutschland ein rares Gut. Deshalb ist es hier umso faszinierender für mich, in einem ruhigen Moment die vielen Wasserrinnen, die sich aufteilen und wieder zusammentreffen, zu beobachten… hier vor den Gipfeln der Viertausender nahe dem Dorf Khinaliq.

9. Blumenpracht

Auf dem Weg nach Khinaliq. Plötzlich schreie ich zu meinem Fahrer: „Stopp!“ Was habe ich denn da aus dem Augenwinkel gesehen? Eine Wiese voller gelber Schlüsselblumen und blauer Hyazinthen. Wie wunderbar!

10. Mit dem Jeep zum Schwefelbad

Auf einer Pilotreise: Ich recherchiere für zukünftige Programmpunkte. „Ihr nehmt euch von der Unterkunft in Ilisu einen Jeep und fahrt ca. 7 km durch ein Flussbett. Dann ist es noch ca. 1 km zu Fuß und ihr erreicht eine natürliche, heiße Schwefelquelle, in der man sich herrlich entspannen kann. Nur… unser Fahrzeug war das erste in der Saison, welches dort hinfahren sollte. So kam es zu abenteuerlichen Flussquerungen, Wasser im Kofferraum und zu guter Letzt blieben wir stecken und mussten aus dem Beifahrerfenster aussteigen. Wen es noch interessiert: Die Schwefelquelle haben wir nicht gesehen!

11. Die Sieben Kirchen von Lakit

Ups, jetzt sind es doch 11 Bilder geworden … .

Völlig unberührt in den Wäldern des Vorgebirges des großen Kaukasus stehen die Reste uralter Klöster und Kirchen, wie hier in Lakit. Ich fühlte mich wie ein Entdecker als ich die Sträucher beiseite schob und Steinmetzarbeiten sah, die vielleicht vor hundert Jahren das letzte Mal ans Tageslicht getreten sind.

Und falls sich so langsam der Wunsch abzeichnet, dieses außergewöhnliche Land einmal zu bereisen, dann schauen Sie auf unserer Homepage unter Aserbaidschan nach. Dort finden Sie unsere Reisen, aber auch einen „Ländersteckbrief Aserbaidschan“, der Ihnen eine Fülle interessanter Informationen rund um das Land bietet.

Ob in der Gruppe, individuell oder als Länderkombi mit Georgien und/oder Armenien, ich berate Sie gerne dazu.

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