Meine 10 eindruckvollsten Reisemomente in… JORDANIEN!

von Simone Breuer

Jordanien – hiermit assoziieren die meisten Menschen wohl vor allem die legendäre Felsenstadt Petra. Und vielleicht noch die zauberhaften Wüstenlandschaften aus dem Film „Lawrence von Arabien“.

Bevor ich mich mit dem kleinen Staat im mittleren Osten genauer auseinandersetzte, ging es mir nicht anders. Umso faszinierter war ich von der Tatsache, wie abwechslungsreich und bunt das Land am Roten und Toten Meer ist.

Das Entdecken und Reisen fehlt nicht nur unseren Gästen, sondern auch mir ganz persönlich. Da ist es einerseits schön, vom Schreibtisch aus in Erinnerungen an vergangene Reisen zu schwelgen, anderseits mildert es die Sehnsucht nach fremden Kulturen und Eindrücken wohl kaum.

Meine Reise durch Jordanien war voll von unzähligen Eindrücken, Überraschungen und besonderen Momenten.

Die Auswahl von 11 dieser Momente stellt tatsächlich eine Herausforderung dar und ist der Versuch, einen Einblick in diese tolle Zeit zu geben und die kribbelnde Vorfreude auf baldige Reisen bei uns allen noch weiter ansteigen zu lassen!

1. Ankommen in einem fremden Land

Nach dem ersten Frühstück ging es von Amman aus durch die Steinwüste Richtung Osten zu den Wüstenschlössern. Die Landschaft in diesem Teil des Landes ist karg und trocken und bei dem Blick aus dem Autofenster fielen mir die Straßenschilder in arabischer Schrift auf. Es war mein erster Besuch in einem arabisch geprägten Land. Diese mir fremden Buchstaben und die Tatsache, dass der Irak, der mir leider vor allem durch Kriegsberichterstattungen bekannt war, ebenfalls auf diesem Schild verzeichnet war, lösten in mir eine schwer zu beschreibende, sehr positive Abenteuerlust aus.

2. Den Römern auf der Spur

Was für ein Anblick! Unsere ausgiebigen Streifzüge durch die Ruinenstadt Jerash aus der Römerzeit im Norden Jordaniens ließen mich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Eigentlich braucht es einen ganzen Bildband, um die unzähligen Bauwerke und gut erhaltenen Mosaikkunstwerke auch nur ansatzweise abzubilden. Die Prachtstraße, die auf diesem Foto besonders gut zu erkennen ist, ist mir in nachhaltiger Erinnerung geblieben: bei unserem Rundgang schlenderten wir über die mehr als 2.000 Jahre alten Pflastersteinen auf denen die Radspuren der Pferdekutschen noch heute deutlich zu sehen waren- eine Zeitreise der intensiveren Art.

3. Der unbekannte Reiter

Hier im äußersten Norden Jordaniens in der römische Kleinstadt Umm Qais, waren wir mit unserer kleinen Gruppe an diesem Tag nahezu die einzigen Besucher. Verwunderlich, liegt Umm Qais doch wunderschön auf einem Bergsattel und bietet somit eine offene Rundumsicht über die umliegende Landschaft. Und diese könnte geschichtsträchtiger nicht sein! Nach Westen hin erblickten wir, in Wolken gehüllt, die Golanhöhen und konnten dahinter den See Genezareth erahnen. Nach Norden hin ist es nicht mehr weit Richtung Syrien. Und dann plötzlich, wie aus dem Nichts, kam uns in der Abendsonne dieser einsame Reiter aus weiter Ferne gemächlich entgegen geritten. Es kam mir vor, als wäre er ein wenig aus der Zeit gefallen.

4. WOW-Moment am Morgen

Unsere Unterkunft im Dörfchen Dana ist eine nachhaltig wirtschaftende Unterkunft der Royal Society for the Conservation of Nature, welche am oberen Rande der steilen Klippen des Wadi Araba erbaut ist – das Wort Wadi ist arabisch für Tal / Schlucht. Doch dies kann man nicht mal erahnen, wenn man wie wir, erst in der abendlichen Dunkelheit hier eintrifft. Umso überwältigter war ich, als ich nach dem Aufstehen die Vorhänge aufzog, auf meinen Balkon trat und DIES mein Ausblick war. So definiere ich für mich einen WOW-Moment. Und so hatten wir auch schon direkt einen Überblick über unsere heutige Wanderroute die uns von hier oben ca. 1.200 m über NN auf ca. 200 m hinab ins Wadi Araba führte.

5. Tee in der Abendsonne

Und dies war unser Ausblick auf das Wadi Araba am Ende unseres sonnigen Wandertages. Unser Local Guide Ali, der uns die nächsten 2 Tage durch das Dana Biosphärenreservat begleitete, führte uns zu einer kleinen Feuerstelle in der Steinwüste. Hier bereitete er frischen Tee für uns zu, den wir bei unserem gemeinsamen Sonnenuntergang schlürften.

6. Zu Besuch bei Beduinen

Heute kamen wir zu einer ganz besonderen Ehre, denn wir durften die hier ansässigen Beduinen in ihrem Zuhause besuchen. Ali, selbst als Beduine hier im Tal aufgewachsen, führte uns zu einer befreundete Familie. Eigens für uns backte die Mutter des Hauses frisches Brot, welches am offenen Lagerfeuer in der Glut zubereitet und dann gemeinsam verspeist wurde.

7. Gespräche mit Ali

Spätestens jetzt wird mir nochmals klar, wie deutlich mir die Zeit und die Menschen im Wadi Araba in tiefer Erinnerung geblieben sind! Auf dem Heimweg von unserer Wanderung hielten Ali und ich nochmals kurz an einem Felsvorsprung an, vollkommen vertieft in Gespräche. Und als wäre es gestern gewesen, höre ich uns über unsere doch sehr verschiedenen Heimaten, die geologische Entstehung des vor uns liegenden Flussbettes, Zukunftsträume und Kindheitserinnerungen philosophieren.

8. Der lang ersehnte Anblick – Hooray, it’s today!

Petra – jetzt sind wir tatsächlich hier. Und auch wenn man denkt, man wüsste anhand von Fotos oder Erzählungen, welches Weltwunder einen hier erwartet: es ist beeindruckender, kolossaler und gewaltiger. Der Weg zum berühmten Schatzhaus des Pharao, welches spätestens seit dem hier gedrehten Indianer Jones Film weltweit bekannt sein sollte, schlängelt sich durch eine enge, recht dunkle Felsschlucht. Hier bewies unser Reiseleiter Fuad nochmals sein Fingerspitzengefühl für die besonderen Momente, die das Herz eines/einer jeden Reisenden höher schlagen lässt: Bevor wir um die letzte Kurve bogen, die den Blick auf das leuchtende Bauwerk freigibt, bat er uns unseren Blick zurückzurichten auf eine kleine Höhle hoch oben im Fels. Angeblich erwartet den Betrachter hier ein besonderer „Lichteffekt“, wenn man, die Höhle immer fest im Blick, langsam rückwärtsgeht. Nichtsahnend folgten wir seinen Anweisungen und so gelang es ihm, dass wir rückwärts um die besagte Kurve gingen.

Dann, im genau richtigen Moment schrie er laut auf, sodass wir uns blitzschnell umdrehten und mit offenem Mund dastanden, als wir sahen was uns hier am Ende der Schlucht erwartet. Chapeau Fuad (mittig im Bild)!

9. Die wohl verdiente Pause

Petra trägt den Namen FelsenSTADT vollkommen zurecht, denn die Wege und Orte, die es hier zu entdecken gibt, sind schier endlos.

Gemeinsam mit Fuad begaben wir uns einen Tag lang auch auf weniger touristische Wege, auf denen hinter jeder Kurve neue Ausblicke, von Menschen in den Fels geschlagene Kunstwerke, Höhlen oder Ziegenherden auf uns warteten. Getreu dem Motto „Na wenn ich schon mal hier bin,…“, machte ich mich im Anschluss alleine auf den Weg hinauf zum Kloster Ed Deir, welches auf einem Felsplateau ca. 200 Höhenmeter und über 800 Treppenstufen entfernt von mir lag. Dass wir zu diesem Zeitpunkt schon rund 16 km und unzählige Schritte in den Beinen hatten, wurde mir (zum Glück) erst beim Aufstieg so richtig deutlich. Doch jede Stufe lohnt sich, denn hier oben erwartete mich eine zauberhafte, sehr entspannte Atmosphäre. Mit müden Beinen und platten Füßen konnte ich mein Picknick mit einem wiedermal unbeschreiblichen Ausblick genießen.

10. Schaukelnd der Sonne entgegen

Der erste Kamelritt meines Lebens führte mich durch die Wüste Wadi Rum. Auf den Spuren „Lawrence von Arabien“ ließen wir uns zu unserem Zeltcamp schaukeln. Es war spät geworden und die tief stehende Sonne ließ den Wüstensand in einem warmen Licht leuchten.

Wer Sonnenuntergang sagt, muss auch Sonnenaufgang sagen. Eine bessere Ausrede für ein weiteres Bild hat es nie gegeben, also kommt hier noch schnell Nummer 11:

11. Früh aufstehen lohnt sich, in der Wüste erst recht

Der Tag in der Wüste begann in aller Früh, denn wer möchte schon einen morgendlichen Ausblick solcher Schönheit verpassen? Die Nacht in der Wüste war kalt und wolkenlos. Umso klarer war die Luft am nächsten Morgen und die wärmenden Sonnenstrahlen ließen sich, eingepackt in eine warme Decke, besonders genießen. Der Kontrast von tiefblauen Himmel und rotem Fels ließen uns aus dem Schwärmen (und Fotografieren) nicht mehr rauskommen. Doch da wartete auch schon das Frühstück in unserem Zeltcamp, welches unten rechts im Bild zu sehen ist.

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