Marokkanische Küche: Tajine mit Gemüse und Fleisch

Als Kind bin ich mit marokkanischen Gastarbeitern, die auf der benachbarten Zeche arbeiteten, aufgewachsen. Onkel Hassan, Mohammed und Said wohnten auf der oberen Etage. Besonders zum Ramadan beschenkten sie uns regelmäßig mit den würzigen, schmackhaften und für uns in den 70er Jahren noch fremdartigen Gerichten ihres Heimatlandes. Geblieben ist mir davon die Liebe zu diesem Land, das ich in den letzten 35 Jahren mehrfach bereiste und natürlich auch ein Faible für die marokkanische Küche. Mein Leib- und Magengericht, das ich seit vielen Jahren regelmäßig koche, ist eine Tajine.

Tajine bezeichnet das keramische Gefäß, in welchem das Gericht zubereitet wird, aber auch das Gericht selbst. Dieses Gefäß wird auf die Herdplatte gesetzt. Das Gericht wird nicht, wie z.B. ein Römertopf im Backofen zubereitet.

Zutaten für 4 Personen (alles „us de la meng“, wie wir hier im Rheinland sagen)

  • 2 Eß. Öl zum Anbraten
  • 500 – 750 gr. Fleisch, nicht zu mager (nur Rind oder Lamm oder beides gemeinsam)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 3 – 4 mittelgroße Kartoffeln
  • 3 – 4 mittelgroße Möhren
  • 1 Zucchini
  • 2 rote Spitzpaprika
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 Hand voll heller Rosinen
  • Salz, Pfeffer
  • Ras el-Hanout (marokkanisches Gewürz)
  • Evtl. Wasser

Zubereitung:

Tajine auf den Herd stellen und bei etwas mehr als mittlerer Hitze heiß werden lassen. Öl zum Anbraten rein, Fleisch in ca. doppelt gulaschgroße Stücke zerteilen und leicht anbraten, dabei mit Salz, Pfeffer und Ras el-Hanout bestreuen.

Sollte das Fleisch viel Bratensaft ziehen, so schöpfe ich diesen ab und gebe ihn später, beim Schmoren, wieder zu.

Während das Fleisch anbrät, Zwiebel schneiden und möglichst glasig schmoren. Nun die Energiezufuhr auf knapp mittlere Hitze runterschalten. Deckel schließen und nur öffnen, wenn eine weitere Zutat hinzugegeben wird.

Anschließend Kartoffeln schälen, längs vierteln und auf das Fleisch legen und zwar so, dass alle Zutaten langsam, entsprechend, der Gefäßform, zeltartig aufgeschichtet werden. Möhren schälen und längs vierteln, aufschichten. Anschließend wieder mit den Gewürzen und einer gepressten Knoblauchzehe bestreuen. Die Hand voll Rosinen zugeben.

Zucchini und anschließend die Paprika längs vierteln und stapeln. Als letztes die Tomaten vierteln und am Boden des Stapels, am Gefäßrand entlang, legen. Alles noch einmal mit Salz, Pfeffer und Ras el-Hanout bestreuen. Evtl. etwas Wasser zugeben, damit das Gericht nicht anbrennt. Nun ca. 45 Minuten bei knapp mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel schmoren lassen. Am Ende leicht auf die Tomaten drücken, damit Flüssigkeit der Tomaten den Schmorsaft anreichert. Es ist schön, wenn am Ende genug Sauce entsteht, sodass diese von Beilagen (Fladenbrot oder Couscous) aufgezogen werden kann.

Zubereitungszeit: 45 min

Kochzeit: 90 min. Das Schöne dabei ist, dass das Gericht kochen kann, während man die weiteren  Zutaten noch vorbereitet. So bleibt es insgesamt bei 90 min.

Zu diesem Gericht gibt es noch viele weitere Variationen. Guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.